| Manfred Bluth Maler |
Exposition II
17.11.2000 bis 20.01.2001
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| "Serena als Torero verkleidet" |
| 1994 - Öl/Lwd 150 x 80 cm |
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Kunstgeschichte und Gegenwart
Die "Moderne", d. h. die Kunst des 20. Jahrhunderts ist im Gegensatz zu den Akademien entstanden, und da sie im Verlauf der Entwicklung weder lehrbar noch lernbarer, dafür aber immer machbarer wurde, glaubte sie, auf Tradition verzichten zu können. Kann aber Kunst ohne Tradition leben?
Ein weiteres Problem ergibt sich aus dem Verhältnis der Kunstkritik zur Kunst. Aus dem einstigen Helfer der Moderne entwickelte sie sich zu ihrem Diktator, zum Regenten des Geschmacks, zum Priester eines ewigen Avantgarde-Prinzips, ohne zu merken, daß sie sich einem allgemeinen Konformismus auslieferte.
Schließlich die Museen. Einst waren sie Schatzhäuser sorgfältig mit Kennerschaft gesammelter Kunst. Heute sind sie oft einem totalen Management unterworfen, mit allen Folgen für die kontinuierliche Museumsarbeit. Die Ausstellungen jagen einander. Der Unterschied zwischen Museen mit festen Beständen einerseits und Ausstellungsinstituten mit ständigem Wechsel andererseits beginnt sich zu verwischen.
Eine Kunst aber, die sich von der Vielfalt der Wirklichkeit abwendet, verengt ihren Horizont und führt zwangsläufig in immer neue Sackgassen.
Manfred Bluth hat zu diesen Problemen in dem Buch "Weltbild und Bilderwelt - Notizen eines Malers am Ende von Zeit und Kunst" * temperamentvolle Beobachtungen niedergeschrieben, die jeden Leser betroffen machen. Bluth kann als moderner Exponent alter Malkultur gelten. Seine ausgebreitete Bildung und seine Jahrzehnte währende Praxis als Maler geben seiner Stimme Gewicht.
* Deutscher Kunstverlag - München/Berlin ISBN 3.422-00786-5 |